Sun 02.10.2016

CLEM CLEMPSON BAND

Special Guest Nils Tuxon

Einlasszeit: 19:00

Konzertbeginn: 20:00

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Die für den 01 04 2016  gekauften Karten behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit.

CLEM CLEMPSON BAND
Clem Clempson , Guit./Voc
Adrian Askew, Keyb/Voc
Reggie Worthy , Bass/Voc
Eddie Filipp , Drums

Wenn Clapton „Slowhand” ist, dann rangiert Clem Clempson als „Glowhand”. Seine Handschrift bringt nicht nur diverse Les Pauls, Strats und edle Martin Acoustics zum Glühen, sondern auch ein Mega-Spektrum von – und damit die Reputation des Frontpersonals. Dave “Clem” Clempson – jeder außer seiner Mutter nannte ihn schon in der Schule in Tamworth bei Birmingham Clem – stellte mit seiner ersten Profi-Formation klar, was er drauf hatte: mit Bakerloo, einem Powertrio der Sorte Cream, präsentierte er die Facetten von Bluesrock so beherzt und routiniert, dass Fans und Fachwelt aufhorchten: So holte ihn der geniale Folk-Gitarrist Michael Chapman bereits 1969 für Rainmaker.

Colosseum, die Jazz-Blues-Fusion der Mayall-Versprengten mit Drummer Jon Hiseman, Saxer Dick Heckstall-Smith und Thunderbirds-Orgler Dave Greenslade im Line-Up, brauchten Gitarrenersatz – Clem knackte das Casting und sang für das eilig eingespielte Daughter Of Time sogar ein Stück, „Take Me Back To Doomsday”, bevor Greenslade seinen Ex-Boss Chris „Out Of Time” Farlowe in die Formation bat. Er und Clempson wurden ziemlich beste Freunde, aber auch der Legendenstatus ihrer Sternstunde Colosseum Live gab der Band nicht die finanzielle Freiheit für ruhige Studioproben.
Da kam das Angebot, das Clem nicht ablehnen konnte. Peter Frampton räumte den Sologitarren-Posten bei der Led-Zeppelin-Konkurrenz Humble Pie. Deren Steve Marriott lobte Clempsons Solo-Virtuositöt in höchsten Tönen – Clems Replik war typisch bescheiden: „Ich konnte von Steve viel über Rhythmus-Arbeit lernen.” Die Band war vier Jahre lang glücklich und kreativ; schließlich brachen Erschöpfung und Management-Druck Humble Pie das Genick, Smokin´ bleibt Vermächtnis.

Clempson wurde von Deep Purple zum Vorspiel eingeladen, startete nach der Wahl Tommy Bolins sofort eine eigene „Supergroup” Strange Brew, mit Greg Ridley und Jeff-Beck-Drummer Cozy Powell: „Schon nach vier Proben war Schluss, weil ich mir beim Fußball die Hand brach und Cozy zu Rainbow ging”. Clem fand nach kurzem Gastspiel bei Steve Marriott´s All Stars einen Anschluss-Job bei Rough Diamond, dem Solo-Versuch des Uriah-Heep-Sänger David Byron. Nach Byrons Bruch Champion genannt, stieg die Truppe bald aus dem Ring; Clempson baute sich eine „vielsaitige” Live- und Session-Karriere auf. Er wurde zuverlässiger Co-Frontmann in der Jack Bruce Band und tauchte bei den unterschiedlichsten Studio-Projekten auf. Der Mann, der „Hot´n´Nasty” bei Humble Pie zur Hardrock-Hymne gemacht hatte und sich beim „Midnite Child” Roger Chapman vor tieffliegenden Tambourinen ducken musste, griff nun auch einer rauchzarten Tanita Tikaram unter die Arme. Clem lieh seine Gitarre bald einem wahren ´A bis Z´ von Rockstars: von A wie Jon Anderson, B wie Colin Blunstone bis zu W wie Tom Waits. Gibt es da Lieblingsepisoden? ´Ich habe immer gerne mit Rod Argent zusammen gearbeitet, weil er ein sehr talentierter Musiker mit ähnlichen Ideen ist. Ich habe liebe Erinnerungen an Cozy Powell, signiere immer noch viele Exemplare von Over The Top.

Ab 1994 spielte Clempson wieder regelmäßig mit den reformierten Colosseum, führte mit Hiseman Regie bei Aufnahmen – auch für seine Lieblingsplatte Tomorrow´s Blues, und fand bei vielen Aufträgen die Zeit, Chris Farlowe Platten zu produzieren. Nebenher betrieb er zum Spaß mit seinem Sohn die R&B-Combo The Dolphins, lieferte sich zu Jack Bruces 50. Geburtstag Gitarrengefechte mit Gary Moore. Clempson ist gefragter Handwerker bei Filmmusik: „Ich arbeitete mit dem Komponisten George Fenton, dem britischen Top-Typen in Sachen Film. Wir haben Sweet Home Alabama mit Musik unterlegt. Ich war auch intensiv an Notting Hill beteiligt, dadurch mit Elvis Costello gespielt, denn Elvis sang den Titelsong, live im Studio.´

Die letzten Jahre verbrachte Clempson mit Chris Farlowe bei der Hamburg Blues Band – zunächst als Drei-Gitarren-Allman-Brothers-Konkurrenz, nach Alex Contis Konzentration auf Lake dann mit Atlantis-Orgler Adrian Askew, Clems Keyboard-Sparringspartner wie Greenslade bei Colosseum. Aber die Pläne für ein Solo-Album nagten seit langem an ihm, und so schaute er sich um und hatte die halbe Clem Clempson Band schon zusammen: Er nahm Askew aus der HBB, fügte den Viel-Trommler Eddie Fillip (Andy Scott´s Sweet, Frumpy) hinzu – und vervollständigte die Mixtur mit Reggie Worthy am Bass, der von Tina Turner über Frumpy zu Eric Burdon alles gesehen hat. Clempsons erstes Album wird zeigen, dass er einen weiteren alten Freund nie vergaß: Colosseum-Saxer Dick Heckstall Smith wird ein Track gewidmet sein. (Uli Twelker)